1. FC Bruchsal – FC Heidelsheim 2:1 (0:1)

31. Mai 2013

Genau um 18:52 Uhr gab Schiedsrichter Robin Siegl aus Hüffenhardt das erlösende Abpfiff-Signal. Er eröffnete beim 1. FC Bruchsal damit nach dem 2:1(0:1)-Heimerfolg gegen den FC Heidelsheim gleichzeitig ein Feuerwerk und die Feierlichkeiten zum Oberliga-Aufstieg. Schon kurze Zeit später rieben sich die Fans verwundert die Augen, machte doch neben den obligatorischen Sekt- und Bierflaschen auch der Champions-League-Pokal die Runde beim Meister der Fußball-Verbandsliga.

„Beim Aufstieg in die Verbandsliga hatten wir eine Replica der Meisterschale. Für uns war das heute der größte Erfolg, den es im Sportkreis Bruchsal jemals gab. Als ich hier angefangen habe, waren wir auf dem zweitletzten Platz. Damals, in der Kreisliga im März 1998. Und wenn man sieht, wo wir jetzt stehen, dann haben wir doch zwischenzeitlich sehr viel erreichen können“, sagte der FCB-Vorsitzende Michael Grub und wischte eine Träne aus dem Augenwinkel. „Der Pokal ist ein Stück weit Synonym dafür“, fügte er hinzu.

Dabei hatte es zunächst so ausgesehen, als wollten die Bruchsaler den Aufstieg kurz vor der Ziellinie noch einmal verschenken. Der Druck, der auf dem Tabellenführer lastete, war auf dem Platz und den Rängen förmlich greifbar. Viel zu tief standen die übervorsichtigen Bruchsaler in der ersten Hälfte und kassierten folgerichtig einen Gegentreffer aus einer Standardsituation. Heidelsheims Murat Demiral zirkelte in der 40. Minute einen Freistoß in bester Wembley-Manier direkt unter das Lattenkreuz. Schiedsrichter Siegl zögerte, ein kurzer Blick auf den Assistenten bestätigte aber den 0:1-Rückstand des Tabellenführers. „Das war ein perfekter Freistoß, Respekt“, räumte FCB-Torwart Ulrich Hartmann ein.

Meister 2013

In der Halbzeitpause gab es dann in Bruchsals Kabine einen deutlichen Weckruf von Trainer Mirko Schneider: „Der war auch dringend nötig. Wir haben in der Kabine einiges unter Männern geklärt“, sagte der FCB-Coach. Dessen Pausenansprache zeigte Wirkung. Seine Mannschaft nahm in der zweiten Hälfte Verantwortung an und das Spiel wieder in die Hand. Verpassten Denis Schwager (48.) und David Wagner Cemin (49.) das FCH-Gehäuse noch knapp, war es Sandro Inguanta, der in der 51. Minute den Ball aus 18 Metern halbhoch zum 1:1-Ausgleich ins Tor beförderte. Mit den wiedererwachten Zuschauern im Rücken besorgte Denis Schwager (60.) nur neun Minuten später den Führungs- und gleichzeitig Siegtreffer.

„Wir haben die Partie am Ende noch verdient gedreht. Ich bin einfach nur riesig stolz. Wieder einmal haben wir Geschichte geschrieben mit dem FC Bruchsal. Was wir hier die letzten sieben Jahre erreicht haben, das ist einfach nur gewaltig. Trotz aller Rückschläge, haben wir am Ende den Aufstieg verdient klargemacht“, fand Schneider. Auch Torschütze Schwager stimmte ihm zu: „Wir haben eine überragende Mannschaft, jeder rennt hier für den anderen. Wir haben gezeigt, dass wir selbst nach einem Rückstand wieder zurückkommen können und ich denke, wir sind am Ende auch verdient aufgestiegen.“

Einer wird jedoch den Weg in die Oberliga nicht mitgehen. Für Bruchsals Kapitän Dominic Lauer war es mit 28 Jahren das letzte Spiel in Reihen des FCB. „Es ist ein überragendes Gefühl. Besser kann man sich nicht verabschieden. Jetzt überwiegt erst einmal die Freude, es wird gefeiert, die Wehmut wird vielleicht in zwei, drei Tagen kommen“, sagte der scheidende Abwehrchef. Für ihn soll in der kommenden Saison der vier Jahre jüngere Jan Kahle vom Oberligisten Offenburger FV die Defensive zusammenhalten.

1. FC Bruchsal: Hartmann, Halili, Dis, Lauer, Mayer (76. Zivkovic), Weindl, Strobel, Inguanta (86. Kimmel), Kraut, Wagner Cemin (82. Güner), Schwager.

Quelle: BNN (Nils B. Bohl) vom 31.05.13

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